Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen – das ist die Erfolgsformel für Trader, die langfristig erfolgreich handeln möchten. Der Ausstieg aus einer profitablen Position muss nicht zwingend bereits beim Einstieg in den Markt geplant werden, wie es umgekehrt für den Fall von Verlusten zwingend ist. Dennoch bieten sich Exit-Levels häufig an.

Sinnvolle Exit-Levels fallen naturgemäß häufig mit signifikanten Zonen im Chart zusammen. Sie liegen bei Longpositionen z. B. häufig im Bereich starker Widerstandszonen. Die Position wird in der Überlegung geschlossen, dass eine Fortsetzung der Bewegung über den Widerstand hinaus unwahrscheinlicher ist als eine Korrektur- oder Konsolidierungsphase. Wird der Widerstand überwunden, kann ggf. eine neue Position eröffnet werden. Widerstände können dabei aus früheren Hochs genauso bestehen wie aus wichtigen Fibonacci-Levels.

Im Zusammenhang mit vielen Chartformationen kursieren in der einschlägigen Literatur auch Empfehlungen für Kursprojektionen. Bei Schulter-Kopf-Schulter-Formationen gilt die Distanz zwischen Kopf und Nackenlinie nach dem Durchbruch letzterer in Trendumkehrrichtung als Kursziel. Bei Dreiecksformationen wird (meistens) die Basis des Dreiecks als Kursziel ausgehend vom Ausbruchspunkt projiziert. Ganz ähnlich bei einer Trading Range: Deren Höhe wird zum Punkt des Ausbruchs in Trendrichtung hinzuaddiert und ergibt so das charttechnische Kursziel.

Gewinne laufen lassen mit Trailing Stops

In der Praxis ist die Bestimmung von Kurszielen häufig weitaus schwieriger. Immer populärer wird deshalb das Konzept des Trailing Stops. Dieser Ordertyp ist mittlerweile bei fast allen Forex Brokern möglich. Bei einem Trailing Stop wird das Stop-Loss-Level automatisch nachgezogen, wenn sich der Kurs in die „richtige“ Richtung bewegt. Dadurch werden bereits erreichte Gewinne in laufend abgesichert, ohne dass die Position glattgestellt werden muss.

Trailing Stops sind besonders für Neulinge eine große Hilfe. Die Erfahrung zeigt, das Anfänger profitable Positionen häufig zu früh schließen und damit aussichtsreiche Marktkonstellationen ungenutzt lassen. Das geschieht häufig vor dem Hintergrund einer mentalen Kontenbildung: Verluste aus früheren Trades sollen „wieder hereingeholt“ und der Kontostand wieder in einen emotional angenehmen Bereich gehoben werden.

Im Forex Handel müssen aufgrund des in der Regel sehr großen Finanzhebels auch die Finanzierungskosten berücksichtigt werden. Stagniert der Markt für einen längeren Zeitraum, zahlen Trader hohe Zinsen, wenn 90 bis 99 Prozent der Position aus Fremdkapital bestehen. Deshalb kann der Ausstieg auch bei dauerhaft stagnierenden Märkten Sinn machen. Die Problematik betrifft naturgemäß vorwiegend Positionstrader, die für einen längeren Zeitraum im Markt investiert sind.

In vielen Handelssystemen sind Exit-Strategien bereits inkludiert. Entweder wird eine Position geschlossen, wenn explizite Ausstiegssignale generiert werden oder es kommt zur Schließung, wenn die Einstiegssignale nicht mehr gültig sind.

Comments Off on Mar 8th 2011

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