Es ist die Gretchenfrage für Anleger: Ob der Markt mit fundamentalen oder technischen Methoden analysiert wird, ist neben wissenschaftlicher Überzeugung auch ein Glaubensbekenntnis. Beide Disziplinen haben sich bereits bewährt. Im kurzfristigen Forex Handel mit Finanzhebel überzeugt aber vor allem die technische Analyse.
Die fundamentale Analyse beschäftigt sich mit ökonomischen Fakten. Bei der Analyse des Devisenmarktes, für den Entwicklungen in einzelnen Unternehmen kaum relevant sind, werden vor allem makroökonomische Rahmendaten sowie Entwicklungen in der Geldpolitik eines Währungsraumes betrachtet.
Bei den makroökonomischen Daten handelt es sich vor allem um Inflation, Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Außenhandel. Auch fiskalpolitische Einflüsse – zum Beispiel ein hohes öffentliches Defizit – sind Bestandteil der Fundamentalanalyse.
„Fundi-Futter“: Inflation, Wachstum, Außenhandel
Diese Größen sind wichtig bei der Prognose des künftigen Zinsniveaus in einem Währungsraum, das zumindest in der Theorie maßgeblich für die Wechselkursentwicklung ist. Steigt das relative Zinsniveau einer Währung gegenüber einer anderen Währung an, werden Anlagen attraktiver, was zu einer größeren Nachfrage nach der Währung mit höheren Zinsen und damit zu einer Aufwertung führt.
Da zumindest die kurzfristigen (in der Praxis aber auch die langfristigen) Zinsen von der Zentralbank gesteuert bzw. stark beeinflusst werden, wird auch die Geldpolitik mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Fundamentale Analysten versuchen vereinfacht dargestellt, anhand der ökonomischen Rahmenbedingungen und der Statements der Zentralbank deren künftige Ausrichtung zu antizipieren.
Die fundamentale Analyse ist ausgesprochen komplex und erfordert neben Verständnis für ökonomische Zusammenhänge vor allem viel Research-Arbeit. Wird sie richtig angewandt, kann sie jedoch überlegene Ergebnisse liefern. Im besten Fall ist es möglich, einen fälligen übergeordneten Trendwechsel im Markt Monate oder sogar Jahre vor seinem Eintreten zu erkennen. Beispiel: Ein Land mit hoher und weiter wachsender Verschuldung im In- und Ausland ist langfristig von einer Abwertung bedroht.
Trader setzen auf Charts und Indikatoren
Der größte Nachteil der Fundamentalanalyse besteht darin, dass der Markt sich für sehr lange Zeit irrational verhalten kann und dies in der Praxis sogar meistens tut. Kurzfristig orientierten Tradern hilft es wenig, wenn sie mit ihrer Einschätzung grundsätzlich richtig liegen, dafür aber gegen den Trend handeln müssen. Das gilt ganz besonders beim Einsatz von Finanzhebeln, die beim Forex Trading üblich sind.
Die technische Analyse verfolgt einen anderen Ansatz. Sie geht davon aus, dass alle relevanten Informationen bereits im Kurs enthalten sind. Ihre Instrumente sind Trendlinien, Chartformationen und technische Indikatoren. Der Zugang zu allen relevanten Analyseinstrumenten ist in praktisch jeder Forex Software bereits inkludiert.
Die technische Analyse liefert bei professioneller Anwendung ihrer Instrumente konkretere (wenn auch keinesfalls sichere) Hinweise auf die Verfassung des Marktes. Anleger erkennen zudem schneller, wenn sich ihre Vermutung nicht bestätigt und können so mit begrenztem Verlust aus dem Markt aussteigen.